Was ist eigentlich Greenwashing?

Was ist eigentlich Greenwashing?

Die Definition sagt folgendes: 

Versuch (von Firmen, Institutionen), sich durch Geldspenden für ökologische Projekte, PR-Maßnahmen o. Ä. als besonders umweltbewusst und umweltfreundlich darzustellen

Das sei erstmal dahingestellt, wir klären haben uns gedacht, wir räumen das Ganze mal ein bisschen auf und erklären genau, worum es sich hier eigentlich handelt und schädlich es ist.

Greenwashing – Die einen schreien es via Werbespots in die Welt hinaus, die anderen handeln und bleiben diesbezüglich bescheiden: Um was geht es? Die Antwort auf die Frage lautet: Es geht um das nachhaltige Handeln der Unternehmen. Eine genaue Betrachtung der Etiketten, die auf den Kleidern hängen sowie ein aufmerksames Zuhören während des Anschauens der Werbespots verdeutlichen, dass nahezu sämtliche Unternehmen eine sogenannte “grüne” Spur verfolgen. Sie werben mit dem Slogan, dass der blaue Planet der einzige Ort ist, den Menschen, Tiere und Pflanzen haben. Deshalb sollte Nachhaltigkeit kein Aufwand, sondern die Regel sein. Die Textilindustrie wiederum verwendet Aufforderungen wie “Schließe dich dem Leben an”, “Trage die Veränderung” oder Adjektive wie “bewusst”, um auf ihre nachhaltige Kleidung hinzuweisen. Sofern es sich dabei um globale Textilunternehmen handelt, weichen diese auf englische Begriffe aus, um eine internationale Einheit zu gewährleisten.

Lebensmittelhersteller wiederum werben mit grünen Siegeln, welche entweder die Kennzeichnung “Bio” oder “nachhaltig” tragen. Auch die Kosmetikindustrie hat sich dem grünen Wandel angeschlossen und weist darauf hin, auf eine “cruelty-free” sowie auf eine “vegane” Herstellung zu achten. Plastik verbannen die meisten nach und nach aus ihrem Produktionsprozess. Zudem verzichten sie auf Mikroplastik, Silikone, Sulfate oder Parabene. Stattdessen fokussieren sie sich auf sogenannte recycelbare und nachhaltige Verpackungen. Diese bestehen entweder aus Papier oder aus Lignin. Bei einer Lignin-Verpackung handelt es sich um flüssiges Holz. Des Weiteren erobern Bambus-Zahnbürsten und Bambus-Geschirr die Regale in den Drogerie- und Supermärkten. Plastikstrohhalme gehören ebenfalls der Vergangenheit an. Sie haben ausgedient und räumen nun ihren Platz für bruchsichere und nachhaltige Glasstrohhalme. Diese Veränderungen erwecken bei Konsumenten den Eindruck, dass die Zerstörung der Umwelt (Umweltverschmutzung) infolge des hohen Konsums in den Industrieländern vorbei ist.

Konsumieren ohne schlechtes Gewissen?

Was vermitteln die “Nachhaltigkeitsetiketten”? – Den Eindruck, dass Konsumieren keinen Schaden verursacht, dass die Herstellung von Lebensmitteln, Textilien oder Möbeln in einem Einklang mit der Umwelt steht und, dass Einkaufen – ob notwendig oder nicht – sogar eine gute Sache ist. Die einen schenken den lauten Werbespots sowie den auffälligen Etiketten Glauben, die anderen hinterfragen die Label kritisch. Dabei sind vor allem die Argumente und Bedenken der Kritiker interessant. Konsumenten, die hingegen bejahend den Kopf schütteln, motivieren weder Hersteller noch Unternehmen zu einer Besserung. Kritiker wiederum regen mit ihren brisanten Fragen zu einem Umdenken sowie einem damit verbundenen Handeln an. Und weshalb prangern Kritiker die Werbesprüche der Unternehmen, die für Nachhaltigkeit stehen, dermaßen an? Weil sie die Auffassung vertreten, dass die Wirtschaft den Konsumenten unberechtigterweise den Eindruck vermittelt, “faire Produkte” zu erwerben. Dabei weisen sie insbesondere auf eine mangelnde Transparenz sowie auf das Greenwashing hin.

Greenwashing statt Nachhaltigkeit?

Eine genaue Analyse des Begriffs Greenwashing verdeutlicht, dass dieses Substantiv aus den Worten “Green” und “Washing” besteht. Dabei repräsentiert die Farbe Grün die Umwelt. “Washing wiederum steht für das Reinwaschen; es weist Ähnlichkeiten zur Geldwäsche auf. Somit lautet eine mögliche Übersetzung “Reinwaschen im Hinblick auf die Ökologie sowie Nachhaltigkeit”. Damit haben zwar die Kritiker der “grünen Unternehmen” einen gewöhnungsbedürftigen Begriff geschaffen, aber möglicherweise haben sie auch berechtigte Gründe, die ihre These bestätigen. Greenwashing fungiert als Beschreibung für wirtschaftlich orientierte Organisationen, die darauf erpicht sind, sich ein nachhaltiges, umweltfreundliches Image zu erarbeiten. Der Begriff bezieht sich auf sämtliche PR-Maßnahmen, die gewinnorientierte Unternehmen ergreifen, um von ihren Verbrauchern als umweltfreundlich und nachhaltig bewertet zu werden. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass dabei nicht alles so ist wie es scheint. Laut ihnen fehlt eine durchgehende, nachvollziehbare Transparenz.

Nachhaltigkeit stellt ein cleveres, ganzheitliches und sinnvolles Konzept dar

Diejenigen, die wirtschaftsorientierten Organisationen Greenwashing vorwerfen, bemängeln deren mangelndes, nachhaltiges Handeln. An dieser Stelle taucht die Frage auf: “Was impliziert ein nachhaltiges Handeln?” Auf diese Frage existieren zahlreiche Antworten, die mit diesem Begriff zusammenhängen: Umwelterhaltung für die zukünftigen Generationen, Herstellung eines wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Gleichgewichts zwischen sämtlichen Nationen, verantwortungsbewusstes Handeln. Gerade, weil Nachhaltigkeit als breitgefächertes Konzept agiert, dominiert bei zahlreichen Organisationen Greenwashing. Dabei missbrauchen die Verantwortlichen den Begriff Nachhaltigkeit zu ihren Gunsten. Aus den erwähnten Beispielen geht hervor, dass sich Nachhaltigkeit aus drei unterschiedlichen Dimensionen zusammensetzt: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Sämtliche Elemente sollten von einer nachhaltigen Entwicklung begleitet sein. Manche Kritiker bezeichnen dieses Konzept als eine schwache Nachhaltigkeit.

Wenn eine schwache Nachhaltigkeit existiert, dann sollte es auch eine sogenannte starke Nachhaltigkeit geben. Was unterscheidet die Letztere von der Ersteren? Experten bezeichnen als starke Nachhaltigkeit ein Konzept, bei dem die Ökologie im Mittelpunkt steht und im Vergleich zu den beiden anderen mehr wiegt. (Quelle: alumniportal-deutschland.org)

Nachhaltigkeit verlangt von den Wirtschaftssubjekten, achtsam mit den erneuerbaren Ressourcen umzugehen. Aber die konstante Entwaldung des Planeten sowie die Überfischung beweisen das Gegenteil. In Bezug auf die nicht erneuerbaren Rohstoffe wäre es wünschenswert, auf Ressourcen, die sich regenerieren, auszuweichen. Des Weiteren verlangt Nachhaltigkeit eine gerechte, globale Verteilung der Ressourcen. Auch das trifft noch nicht zu: Die einen leben im Überfluss, die anderen kämpfen um das Überleben. Dennoch genießen die drei Säulen der Nachhaltigkeiteine steigende Popularität, mehr noch: Sie agieren als wünschenswertes Ziel, das Unternehmen und Regierungen gleichermaßen erreichen wollen.

Woraus resultierte der Wunsch nach einem nachhaltigen Handeln? – Umweltorganisationen, die einst nur belächelt wurden, sowie die steigenden Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen, Müllberge in den Ozeanen sowie das Schmelzen der Eisberge, haben die verheerenden Folgen eines nicht-nachhaltigen Handelns sämtlichen Wirtschaftssubjekten vor Augen geführt. Deshalb waren Lebensmittel-, Kosmetik-, Möbel- oder Textilunternehmen, die seit jeher einen hohen Wert auf Nachhaltigkeit legten, plötzlich die “Gewinner”. Die Nachfrage nach ihren Produkten stieg seitens der Konsumenten rapide an. Als die Konkurrenten, welche sich bis dato über Nachhaltigkeit lustig machten und diese als “Ökowahn” abstempelten, bemerkten, dass bei ihren Konsumenten ein Umdenken und ein Handeln stattgefunden hat, beschlossen auch sie, sich den umweltfreundlichen Unternehmen anzuschließen – und es ihren Kunden regelrecht unter die Nase zu reiben sowie mit Etiketten nahezulegen. Haben Kritiker deshalb den Begriff Greenwashing zum Leben erweckt?

Worin liegen die Ursachen von Greenwashing?

Der Begriff Greenwashing genießt zwar erst seit Kurzem eine steigende Popularität, obwohl er bereits in den 1970er Jahren bekannt wurde. Er entstand aus dem Bewusstsein der Konsumenten: Sie schenkten der Umwelt mehr Beachtung. Aufgrund der steigenden Ressourcenknappheit sowie der regelmäßigen “Umweltkatastrophen” stieg nicht nur das Bewusstsein für die Umwelt, sondern auch der Wunsch, diese zu “retten”. Infolgedessen verdrängte die Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten den Bedarf nach umweltschädlichen Erzeugnissen. In einem Schneckentempo.

Doch der Schrei nach plastikfreien Verpackungen, nachhaltig angebauten sowie glyphosatfreien Lebensmitteln wird zunehmend lauter. Moment: Ist das denn nicht eine positive Entwicklung? Eine, von der Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichermaßen profitieren? Konsumenten stellen darüber hinaus ihre hohe Zahlungsbereitschaft unter Beweis, indem sie bereitwillig die höheren Preise für nachhaltige Erzeugnisse in Kauf nehmen. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle um welche Produkte es sich handelt. Jede Branche macht auf ihre nachhaltigen Angebote aufmerksam: Lebensmittel, Kleidung, Möbel oder Elektronik. Unternehmen haben diesen Trend erkennt und möchten ebenfalls ein Stück des Kuchens genießen. In der freien Wirtschaft äußert sich dieser durch das Erlangen von komparativen Konkurrenzvorteilen und durch das Generieren von hohen Umsätzen. Positiv wäre die Entwicklung somit nur dann, wenn sie den Nachhaltigkeitsanforderungen tatsächlich entspricht.

Der Marktanteil der “grünen” Lebensmittel, Elektrogeräte, Klamotten wächst. Mittlerweile existieren sogar nachhaltige Geldanlagen. Aus diesem Grund sind gewinnorientierte Organisationen darauf erpicht, ihre Produktpalette an die Bedürfnisse der Verbraucher anzupassen. Denn in der freien Wirtschaft gilt das Gesetz von Darwin. Drei Grundpfeiler unterstützen seine Theorie: Jede Generation zeugt Nachkommen mit leichten Änderungen, weshalb diese sich besser an die jeweilige Umgebung adaptieren. Laut der natürlichen Selektion überleben ausschließlich die, die sich an die äußeren Bedingungen am besten anpassen. (Quelle: tagesspiegel.de)

Das trifft genauso auf Unternehmen zu: nur Firmen, die sich den äußeren Bedingungen – in diesem Fall an die Bedürfnisse der Kunden und Konkurrenz anpassen – bleiben auf dem Markt. Das erklärt auch die Tatsache, weshalb manche Betriebe sich seit mehr als 100 Jahren gegen den Wettbewerb durchsetzen und andere wiederum scheitern: die Mehrheit der Unternehmen ist sich dessen bewusst. Die Bedürfnisse ihrer Kunden lauten: umweltfreundlich, recycelbar und möglichst plastikfrei. Aus diesen Bedingungen heraus entstanden nicht nur nachhaltige Produkte, sondern auch das Greenwashing.

Eine weitere Ursache, weshalb Unternehmen vorgeben, sich an die Bedingungen der Nachhaltigkeit anzupassen, liegt in dem hohen Kostenaufwand, der mit einer Nachhaltigkeitsumstellung zusammenhängt. Betriebe erwecken lediglich den Eindruck, die grüne Linie zu verfolgen. Sie leiten jedoch nicht immer sowie alle notwendigen Maßnahmen ein. Schließlich können sie mit einem “grünen” Schwindel ebenfalls ihre Umsätze steigern, ihren Marktanteil sichern und vergrößern, ohne unterdessen die korrekten und notwendigen Bedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaften umzusetzen. 

Instrumente, die das Greenwashing begünstigen

Unternehmen entstehen aus dem Wunsch heraus, den Gewinn zu maximieren und komparative Konkurrenzvorteile zu sichern. Somit stehen beim Greenwashing die ökonomischen Interessen im Vordergrund. Um jedoch dieses Ziel zu erreichen, nutzen Firmen unterschiedliche Instrumente. Erstens stellen sie ihr neues Image zur Schau, denn grüne Produkte repräsentieren ein umweltfreundliches Image, welche automatisch das schlechte Gewissen unterbinden. Zweitens nutzen Unternehmen die Macht der Preise. Sie erhöhen diese. Weil nachhaltige Produkte mit höheren Preisen verbunden sind. Drittens verwenden Unternehmen schwächere Regulierungen: sie vermitteln den Eindruck, freiwillig auf nachhaltige Produkte umzusteigen, weshalb die Regierung wiederum gnädiger in Bezug auf die Umweltwerte vorgeht. Viertens greifen Wirtschaftsorganisationen auf die Macht der Lobby-Verbände. Schließlich genießen Unternehmen einen hohen politischen Rückhalt, obwohl sie möglicherweise gegen unterschiedliche Umwelt-Auflagen vorgehen. (Quelle: reset.org)

Greenwashing ist nicht gleich Greenwashing

Die dargestellten, unterschiedlichen Instrumente verdeutlichen, auf welche Art Unternehmen Greenwashing ausüben. Terra Choice Environmental Marketing Inc. lautet der Name einer bekannten Organisation, die sich mit dieser Thematik befasst. Sie differenziert zwischen sieben Formen des Greenwashing:

  1. Faule Kompromisse verdecken die Wahrheit: Bei dieser Art des Greenwashing posaunen Unternehmen mit aufdringlichen Werbespots und Worten in die Welt hinaus: wir sind nachhaltig. Auf diese Weise lenken sie von all ihren umweltschädlichen Aktivitäten ab.
  2. Nicht nachvollziehbare Aussagen: In dieser Hinsicht erweisen sich Pressesprecher als wahre Künstler, weil sie gezielt Aussagen machen, die definitiv nicht nachvollziehbar sind. Zudem liefern sie keine Beweise für ihre veröffentlichten Informationen.
  3. Mehrdeutige Aussagen: Entweder undeutlich oder mehrdeutig. Auch diese Schiene fahren Firmen, um gut dazustehen.
  4. Bedeutungslose Aussagen: Zu den bedeutungslosen Aussagen gehören Sätze wie “Wir müssen den Planeten für zukünftige Generationen schützen”. Diese Information gehört in die Rubrik bedeutungslos, wenn auf Worte keine Taten folgen.
  5. Beschönigung – Ablenken von den umweltschädlichen Aktivitäten mittels einer Aussage: An dieser Stelle genießen Produkte, welche der Umwelt oder der menschlichen Gesundheit einen Schaden zufügen, eine Beschönigung. Fast-Food-Produkte sind nicht gesünder oder vitaminreicher, weil sie ein Bio-Label tragen. In diesem Fall handelt es sich um eine Beschönigung, die definitiv eine Art von Greenwashing repräsentiert.
  6. Falschaussagen und das Verwenden eines unerkannten Labels oder Zertifikats: Zu Falschaussagen gehören Beispiele, die behaupten, ein Produkt sei “nachhaltig zertifiziert”, obwohl dieses Label keineswegs existiert.
  7. Unklare Begriffe stellen eine beliebte Methode für ein gelungenes Greenwashing dar: Zu den unklaren Definitionen, die Konsumenten häufig mit Nachhaltigkeit in Verbindung bringen, gehören: natürlich, ökologisch und grün.

Welche Folgen resultieren aus dem Greenwashing?

Die unterschiedlichen Arten von Greenwashing verdeutlichen, welche Möglichkeiten den Unternehmen zur Verfügung stehen. Darin liegt auch die Herausforderung der Verbraucher: zu erkennen, welches Erzeugnis das Ergebnis eines vollkommenen Nachhaltigkeitsprozesses darstellt und welches Produkt lediglich ein Greenwashing-Objekt darstellt. Greenwashing wirkt sich auf die Kaufentscheidungen der Kunden aus. Darüber hinaus resultieren aus dem Greenwashing negative Folgen; insbesondere für Organisationen, die tatsächlich nachhaltig vorgehen. Und Kunden, die einer Täuschung zum Opfer gefallen sind, vertrauen anschließend auch einem ehrlichen Unternehmen nicht mehr. Greenwashing fungiert als Werkzeug für eine Gewinnmaximierung, es beeinflusst die Wahrnehmung des jeweiligen Unternehmens.

Entwickelt sich Greenwashing weiter?

Einst lagen Kunden deutlich weniger Informationen vor. Doch im Internetzeitalter hat sich dieser Nachteil zum Vorteil der Verbraucher gewandt. Umweltbewusste Wirtschaftssubjekte kennen mittlerweile den Begriff Greenwashing. Sie nehmen Täuschungen eher wahr. Diejenigen, die ihre Gesundheit und die Umwelt schützen wollen, forschen intensiv nach, ehe sie sich für ein vermeintliches, grünes Produkt entscheiden. Sie nehmen nicht jeden Werbespot und jedes Label ernst. Experten betrachten diesen Trend als eine positive Entwicklung. Sie unterstützt Unternehmen, die tatsächlich ihre Produkte nachhaltig herstellen und die Umwelt erhalten. Deshalb lohnt es sich für Verbraucher, die Echtheit der Siegel zu prüfen – schließlich profitiert nicht nur die Ökologie, sondern auch die eigene Gesundheit von ihrem Ehrgeiz.

Greenwashing in der Textilbranche

Die Textilbranche wirbt zurzeit wie nie zuvor mit “grünen” Slogans. Ihre Etiketten weisen Käufer auf die nachhaltig, produzierte Ware hin. Bio-Baumwolle und recycelte Polyesterstoffe erfreuen sich bei diesem Trend einer großen Beliebtheit. Allerdings vernachlässigen sowohl Käufer als auch Unternehmen eine bedeutende Kleinigkeit: Auf welchen Aspekt des jeweiligen Kleidungsstücks bezieht sich die vollzogene “Nachhaltigkeit”? In der Textilbranche ist nicht nur das verwendete Material, sondern auch die Herstellungsweise sowie die damit verbundene Entsorgung von Bedeutung. Darüber hinaus setzt sich in der Kleidungsindustrie die umweltfreundliche Produktion aus einer ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit zusammen. Meistens gelingt es Textilunternehmen nicht, sämtliche Aspekte zu berücksichtigen. Stattdessen fokussieren sie sich auf eine Komponente und tragen diese an ihre Kunden heran.

Bio-Baumwolle genießt eine große Popularität. Textilunternehmen betonen hinzu, wie sanft diese zur Haut ist. Ferner kommunizieren Unternehmen, dass sie die lokalen Bauern gerecht entlohnen. Der Anbau erfolgt ohne den Einsatz von Pestiziden. Auf den ersten Blick erscheint das Etikett mit dem Aufdruck “Bio-Baumwolle”, verlockend, gerecht und gut für die Umwelt? Was ist daran verkehrt? Inwiefern hängt Bio-Baumwolle mit Greenwashing zusammen? Es kommt auf den Anbauplatz an, in welchem Bio-Cotton angebaut wird. Erst nach dieser Analyse lässt sich klären, inwiefern die Bio-Baumwolle mit Greenwashing zusammenhängt. Baumwolle wächst in den Tropen und Subtropen: Brasilien, China, Indien, USA sowie in der Subsahara von Afrika. Wenn die Bewohner Brasiliens den Tropenwald roden, um Anbaufläche für Bio-Baumwolle freizulegen, dann verheimlichen Textilhersteller dieses kleine, aber wichtige Detail ihren Kunden. Und zu allem Überfluss schadet Bio-Baumwolle, die so angebaut wurde, der Ökologie. Von Nachhaltigkeit sollte in so einem Fall nicht die Rede sein. Eine andere, wichtige Rolle nimmt der Transport ein. Ist dieser ebenfalls nachhaltig? Steigt dadurch der CO2-Anstieg (CO2-Fussabdruck) oder kompensiert das Unternehmen zumindest bis zu einem gewissen Grad die verursachte CO2-Entstehung? Sofern Unternehmen diesen Aspekt ignorieren, haben sie nicht das Recht, ihre Kleidung als “nachhaltig und grün” zu verkaufen. Kritiker bemängeln zu Recht die fehlende Transparenz.

Dennoch ist die Entwicklung ein kleiner Schritt in eine nachhaltige Zukunft. Kritiker und Skeptiker vernachlässigen diesen Aspekt. Ein ganzheitliches, nachhaltiges Konzept stellt in der Textilbranche eine wahre Herausforderung dar. Die Unternehmen können nicht von heute auf morgen ihren gesamten Herstellungsprozess nachhaltig gestalten. Sie sind dennoch dabei, die festgesetzten und umweltschädlichen Produktionsweisen nach und nach durch umweltfreundliche Vorgehensweisen zu ersetzen. (Quelle: bmz.de)

Greenwashing Lebensmittelbranche stellt Verbraucher vor schwierige Entscheidungen

In der Lebensmittelindustrie wuchert das Greenwashing. Händler und Hersteller benutzen die Adjektive “umweltschonend” und “natürlich” nahezu inflationär. Doch diese Begriffe haben weder eine Aussagekraft noch beruhen sie auf einer gesetzlichen Grundlage. Auch das Begriffsduo “natürliches Aroma” stellt ein klassisches Beispiel für Greenwashing dar. (Quelle: greensurance.de)

Inwiefern schadet Greenwashing Verbrauchern

Verbraucher wissen oft nicht, ob sie mit einem Produkt, welches die Bezeichnung “natürlich” trägt, wirklich ein gesundes, nachhaltiges Erzeugnis in den Händen halten. Ferner sorgt die Vielzahl der Öko-Siegel für Verwirrung und Überforderung. Die Bezeichnung “umweltfreundliches Produkt” ist ein klassisches Greenwashing-Instrument. Dennoch haben ambitionierte Kunden die Möglichkeit, der Greenwashing-Falle zu entkommen. Bei Obst und Gemüse sollten sie darauf achten, ob diese aus der naheliegenden Region stammen. Weite Transportwege sollten sie nur akzeptieren, sofern diese unvermeidbar sind, wie beispielsweise bei Bananen. Ferner sollte es sich bei Obst und Gemüse weitestgehend um saisonale Lebensmittel handeln.

Greenwashing schadet den Verbrauchern, wenn diese einen hohen Wert auf pestizidfreie Produkte legen und diese aufgrund von Falschaussagen nicht erhalten. Stattdessen schaden sie ihrer Gesundheit mit zahlreichen Zusatzstoffen. Außerdem geht das Vertrauen der Kunden durch das Greenwashing verloren. Sie zweifeln dann auch an Produkten, die tatsächlich nachhaltig sind.

Wertvolle Tipps, um Greenwashing zu vermeiden

Eine sinnvolle Möglichkeit, um Greenwashing zu entgehen, liegt darin, sich lediglich auf bekannte Marken festzulegen – nicht auf Produkte. Dafür ist jedoch eine intensive Recherche notwendig. Es stellt keine große Herausforderung dar, eine Bio-Schokolade zu kaufen. Jedes Unternehmen bietet mittlerweile die eine oder die andere biologisch hergestellte Schokolade an. Doch trifft das auf die anderen Produkte oder auf den gesamten Herstellungsprozess zu? Sofern Kunden diese Frage nicht mit einem eindeutigen “Ja” beantworten können, sollten sie lieber auf eine echte Bio-Schokolade umsteigen. Was heißt echt? – In diesem Fall stammt das Produkt von einem Unternehmen, das ausschließlich nachhaltige Erzeugnisse anbietet.

Weshalb sind Konsumenten auf der sicheren Seite, wenn sie wie beschrieben vorgehen? – Weil diese Unternehmen Nachhaltigkeit nicht nur als ein Werkzeug für das Erlangen von komparativen Konkurrenzvorteilen nutzen, sondern nachhaltig vorgehen, um die Ressourcen der Umwelt nachhaltig zu verwenden. Unternehmen, welche die drei Säulen der Nachhaltigkeit Ökologie, Ökonomie und Soziales berücksichtigen, handeln verantwortungsbewusst, um ihre Werte zu verbreiten und Konsumenten zu einem Umdenken zu bewegen.

Auf den ersten Blick erscheint es verwirrend, doch in der Regel sind es eher die kleinen und mittelständischen Unternehmen, welche von der Herstellung bis zum Vertrieb die drei Säulen der Nachhaltigkeit respektieren – und umsetzen.  Deshalb lohnt es sich, den Lebensstil des jeweiligen Unternehmens unter die Lupe zu nehmen. Für welche Werte steht das Unternehmen? Fokussiert es sich auf den gesamten Lebenszyklus des Produktes? Die Antwort auf diese Frage liefert einen wichtigen Hinweis darüber, ob der Betrieb Greenwashing betreibt oder tatsächlich ein nachhaltiges Handeln umsetzt. Motiviert die Firma Kunden, einen unnötigen Konsum zu vermeiden? Auch die Antwort auf diese Frage liefert eine wichtige Information über das jeweilige Unternehmen: verantwortungsbewusst oder Greenwashing-Firma? Falls ein Unternehmen darauf erpicht ist, seinen potenziellen Kunden dabei zu helfen, die richtige Entscheidung zu treffen, dann gehört dieses nicht zu den Firmen, die Greenwashing praktizieren.

Halbe Wahrheit oder ganze Story – das ist hier die Frage

Heutzutage kann jedes Unternehmen behaupten, wie wichtig die drei Säulen der Nachhaltigkeit sind. Doch an dieser Stelle fungiert der Hinweis: “Überprüfen Sie, ob die Worte mit den Aktivitäten übereinstimmen” als wertvoll. Sofern das Unternehmen Daten zur Verfügung stellt, haben Konsumenten eine einfache Möglichkeit nachzuprüfen, ob Worte und Taten miteinander übereinstimmen. Kritiker heben dabei den Aspekt der Transparenz hervor. Die Aussage eines Pressesprechers “Wir bemühen uns, den Plastikverbrauch zu reduzieren”, ist nahezu wertlos, wenn das jeweilige Unternehmen keine Daten offenlegt.

Geprüfte Label dienen als Mittel gegen Greenwashing

Konsumenten, die einem Greenwashing nicht zum Opfer fallen wollen, sollten Zeit investieren und sich mit geprüften Siegeln vertraut machen. So tappen sie nicht in die Greenwashing-Falle. Sie sollten sich dabei jede Kategorie einzeln vornehmen.

Verpackungen offenbaren die Wahrheit

In Bezug auf Greenwashing existiert ein entscheidender Verräter: Verpackung. Sie fungiert als Beweis für die wahren Aktivitäten eines Unternehmens. Recyceltes Papier, wiederverwertbare Kartons, wenig oder gar kein Plastik sind ein wichtiges Indiz für Firmen, die vermutlich kein Greenwashing betreiben.  Konsumenten, die auf die erwähnten Punkte Rücksicht nehmen, leisten einen wichtigen Beitrag, um sich selbst und die Umwelt zu schützen. Allerdings haben es verantwortungsbewusste Kunden, die gegen das Greenwashing vorgehen wollen, nicht einfach. Weil zahlreiche Unternehmen sich nicht einmal darüber im Klaren sind, Greenwashing-Strategien anzuwenden. (Quelle: sustainablility-times.com)

Fazit zum Greenwashing

Aufgrund der vielfältigen Produkte und den damit verbundenen zahlreichen Siegeln stehen Konsumenten vor einem Informationsüberfluss. Ihnen fällt es schwer, zu unterscheiden, welche Absichten ein Unternehmen verfolgt. Greenwashing oder nicht? Auf der sicheren Seite sind Verbraucher dann, wenn sie auf auserwählte Markenprodukte, die kein Greenwashing betreiben, zurückgreifen.  Als wichtiger Indikator dient die Verpackung. Sofern sie unersetzbar ist, sollte sie zumindest wiederverwertbar sein. Darüber hinaus betreibt nicht jedes Unternehmen Greenwashing, wenn es auf seine umweltfreundlichen Produkte hinweist. Mittlerweile befinden sich zahlreiche Firmen in einem Umstellungsprozess. Sie ersetzen nach und nach umweltfeindliche Produkte gegen umweltfreundliche Angebote. Dafür benötigen sie Zeit.